In Finnland hat die Gösta-Serlachius-Kunststiftung als Gestalter einer ästhetischen Stadtumgebung eine außergewöhnlich wichtige Rolle innegehabt. Nahezu alle in Mänttä befindlichen öffentlichen Skulpturen und Monumente gehören zu den Sammlungen der Kunststiftung.

Jussi Mäntynen, Stolz einer Mutter, 1935
In Mänttä kann man die Werke von Emil Wikström, Viktor Jansson, Väinö Aaltonen, Jussi Mäntynen, Aimo Tukiainen und anderen prominenten Vertretern finnischer Bildhauerkunst auf den Straßen, in den Parks und auf dem Friedhof besichtigen. Es gibt circa zwanzig Skulpturen in Mänttä, die die Kunststiftung besitzt oder geschenkt hat. Die Kunststiftung ist auch für die Instandhaltung dieser Werke zuständig. Zusammen bilden diese öffentlichen Skulpturen ein wandloses, für jeden zugängliches Museum.
Bei der Gründung seiner Stiftung im Jahre 1933 stellte ihr Gösta Serlachius eine Sonderaufgabe: die Verschönerung von Mänttä mithilfe von öffentlichen Skulpturen. Die im Besitz der Stiftung befindlichen Skulpturen decken einen weiten Zeitraum ab, der sich von den 1880er Jahren bis in die Gegenwart erstreckt. Somit stellt die Sammlung der öffentlichen Skulpturen einen Querschnitt der Geschichte finnischer Bildhauerkunst dar: von der Stilepoche finnischer Nationalromantik über den frühen Modernismus bis zu der modernen Kunst.
Ihren Anfang nahm die Sammlung der öffentlichen Skulpturen Ende des 19. Jahrhunderts, als Herr Kommerzialrat G. A. Serlachius zusammen mit seiner Tochter Thyra Serlachius Werke von dem Lieblingskünstler der Familie, dem Bildhauer Emil Wikström, anschaffte. In der nächsten Generation bestellte Gösta Serlachius Auftragsarbeiten bei demselben Bildhauer. Heute besitzt die Kunststiftung drei öffentliche Skulpturen von Emil Wikström. Darüber hinaus ist die Stiftung für die Instandhaltung von zwei Grabmälern der Familie Serlachius, die der Bildhauer geschaffen hat, zuständig. Gösta Serlachius erwarb Skulpturen auch von anderen Künstlern, wie etwa von Hannes Autere, einem Meister der humoristischen Darstellung von Menschen, oder von Jussi Mäntynen, einem Interpreten tierischer Themen sowie von Wäinö Aaltonen, der als Schöpfer des finnischen Klassizismus gilt.
Heute wandelt die Kunststiftung nach wie vor auf den Spuren von Gösta Serlachius. Die Stiftung hat ihre Sammlungen mit Skulpturen von gegenwärtigen Künstlern angereichert und ist den modernen Trends der Bildhauerkunst unvoreingenommen gefolgt. Ein gutes Beispiel dafür ist die im Jahre 1963 erworbene Springbrunnenskulptur von Aimo Tukiainen. Diese Skulptur, die den Namen „Solukko" (Zellengewebe) trägt, zählt zu den frühsten weitgehend abstrahierten öffentlichen Skulpturen in Finnland. Die neueste Anschaffung ist ein Vertreter moderner Kunst: Ein Werk aus Granit namens „Das Jahr 2000", das erworben wurde, um den Jahrtausendwechsel zu feiern, es stammt von Matti Peltokangas.

Die Gösta-Serlachius-Kunststiftung hat die bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in Nordischen Ländern.