Gösta-Serlachius-Kunststiftung

Die Gösta-Serlachius-Kunststiftung dient als Fördergemeinschaft und Besitzer der Serlachius-Museen. Die Wurzeln der Kunststiftung liegen in der aktiven Vorliebe für Kultur der Familie Serlachius.

Neben der Industrie spielt die Kunst seit jeher eine wichtige Rolle im Leben der Familie Serlachius. Der Patron Gustaf Adolf Serlachius verfolgte mit großem Interesse die Ausstellungsaktivitäten in Finnland und im Ausland. Er war auch mit vielen Bildkünstlern und Kulturpersönlichkeiten persönlich befreundet. Zu den bedeutendsten Bekanntschaften zählten der Kunstmaler Akseli Gallen-Kallela und der Bildhauer Emil Wikström.

Das Interesse von Gustaf Adolf Serlachius für die Kunst lebte in seinem Neffen Gösta Serlachius weiter. Er vergrößerte seine Kunstsammlung durch den Erwerb einzelner Werke und präsentierte seine Sammlungen bereits im Jahre 1919 in einer im Kunstmuseum Ateneum veranstalteten Ausstellung. Es wurden 86 Kunstwerke ausgestellt.

In den 1920er Jahren wurde Gösta Serlachius zu einem Kunstmäzen, was seinen Stellenwert in der Kunstwelt hob. Schon im Jahre 1917 hatte der Künstlerverein Finnlands ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Zudem wirkte er bei der Gründung eines Kunstschmiedunternehmens namens A.B. Taito OY im Jahre 1918 mit, womit er die Entwicklung des Kunstgewerbes in Finnland förderte.

Die Kunstsammlung von Herrn Serlachius, dem auch der finnische Ehrentitel „vuorineuvos" („Bergrat") verliehen worden war, war gegen Ende der 1920er Jahren so umfangreich, dass er die Planung zur Gründung eines Kunstmuseums aufnahm. Der Antrag zur Gründung der Gösta-Serlachius-Kunststiftung wurde im Dezember 1933 im finnischen Justizministerium eingereicht. In seinem Gründungsantrag teilte Herr Serlachius die Übergabe von dem in seinem Besitz befindlichen Hof Kuronpohja in Impilahti, 2785 Aktien der G. A. Serlachius Oy, 246 Kunstwerken und Miniaturen an die Stiftung mit. Darüber hinaus wurde in der Stiftungsurkunde festgestellt, dass 26 Kunstwerke im lebenslangen Besitz von Herrn Serlachius und seiner Frau blieben.

Zur Betreuung des Vermögens und der Angelegenheiten der Stiftung wurde eine aus sieben Mitgliedern bestehende Direktion bestimmt. Die Åbo Akademi und die Finnische Kunstakademie ernannten jeweils ein Mitglied, der Künstlerverein Finnlands und der Bildhauerverband ernannten zusammen ein Mitglied. Vier Mitglieder wurden vom Vorstand der G. A. Serlachius Oy nominiert. Für das Erledigen der täglichen Angelegenheiten wurde von der Direktion ein Verwaltungsrat benannt. Der Intendant, der über eine Ausbildung in Kunstgeschichte verfügen sollte, würde als Schriftführer des Verwaltungsrates fungieren.

Die Aufgaben der Stiftung wurden am 16. Dezember 1933 wie folgt bestätigt: „Ziel der Stiftung ist es, in der gegenwärtigen Industriegemeinschaft von Mänttä ein Museum zu bauen und aufrechtzuerhalten. Das Museum soll über hochwertige alte und moderne Kunst aus Finnland und dem Ausland verfügen. Darüber hinaus ist es die Aufgabe der Stiftung, diese Gemeinschaft mit Mitteln der Stiftung zu verschönern.

Nach Gründung der Kunststiftung verfolgte Herr Serlachius sein zentrales Ziel, den Bau eines Kunstmuseums in Mänttä. Die Planungsarbeiten des Museums wurden aber durch seinen Tod im Oktober 1942 unterbrochen. Die Kunststiftung traf die Entscheidung, das Museumsvorhaben nicht fortzusetzen.

Frau Serlachius hatte an der Seite ihres Gatten den Werdegang des Museumsvorhabens verfolgt. Anschließend traf sie die Entscheidung, die die Frage in Bezug auf die Museumsräumlichkeiten löste. Im August des Jahres 1945 wurde ein Teil des Gutshofes Joenniemi, den Gösta und Ruth Serlachius für sich als private Wohnstätte errichten ließen, als viertes Kunstmuseum des unabhängigen Staates Finnlands eröffnet.

Im Jahre 1943 übernahm Bergrat R. Erik Serlachius den Vorsitz der Direktion und des Verwaltungsrates der von seinem Vater gegründeten Stiftung. Im Jahre 1972 erwarb die Stiftung den Gutshof Joenniemi mit umliegendem Garten samt Gebäuden von Olof und Peter Serlachius. Im nächsten Jahr nahm der erste ganztägige Intendant des Museums seine Tätigkeit auf.

Während der Ära von Gustaf Serlachius wurden die Museums- und Ausstellungsaktivitäten der Stiftung weiterentwickelt. Er wurde im Jahre 1976 zum Vorsitzenden der Direktion der Stiftung und im Jahre 1980 zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates gewählt. Im Gutshof Joenniemi wurde in den Jahren 1983-1984 eine komplette Renovierung vorgenommen. Seitdem dient der gesamte Gutshof als Kunstmuseum. Das Museum verfügt über 500 Quadratmeter Ausstellungsraum.

Im Jahre 2000 erwarb die Gösta-Serlachius-Kunststiftung den ehemaligen Hauptsitz der G. A. Serlachius Oy, das Weiße Haus, aus dem ein kulturhistorisches Museum zur Darstellung der Geschichte der G. A. Serlachius Oy, der Stadt Mänttä und seiner Bewohner werden sollte.

Das neue Museum wurde im Jahre 2003 für das Publikum geöffnet. Für die Kunststiftung bedeutete dies eine Verdopplung der Aktivitäten, die auch vielfältiger geworden waren. Neben einem geschätzten Kunstmuseum wurde eine weitere Einheit geschaffen, die Erlebnisse in der Art von modernen Wissenschaftszentren übermittelt.

Herr Diplomökonom Henrik de la Chapelle wurde im Jahre 2009 zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates gewählt. In diesem Zusammenhang vereinigte die Stiftung die Organisationen ihrer zwei Museen, und die Museen erhielten ihre neuen Namen Gösta und Gustaf.

Verwaltungsratsmitglieder der Gösta-Serlachius-Kunststiftung:

Geschäftsführer Henrik de la Chapelle, Vorsitzender

Geschäftsführer Stephan von Walzel, Vizevorsitzender

Kunsthistoriker Juha Ilvas

Künstler Heikki Häiväoja

Professorin Åsa Ringbom

Brand-Leiterin Susanna Serlachius

Geschäftsführer John Lindell

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Die Gösta-Serlachius-Kunststiftung hat die bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in Nordischen Ländern.