Gustaf ist im Weißen Haus, im ehemaligen Hauptsitz der G. A. Serlachius Oy (entspricht ungefähr der deutschen Aktiengesellschaft) in der Stadtmitte von Mänttä zu Hause. Und so berichtet er von sich:

„Ja, ich muss es wohl zugeben: Als Museum bin ich wohl ein etwas seltsames Wesen. Ich interessiere mich nämlich nicht so sehr für alte Gegenstände. Dafür aber umso mehr für Geschichten und für das Übermitteln von erlebnisreichen Erfahrungen.
Als mein Ausgangspunkt dient die Stadt Mänttä und ähnliche, einst an einer Stromschnelle entstandene Industriegemeinschaften. Die Protagonistenrolle in meiner Grundausstellung spielen aber nicht die Maschinen oder die Geschichte eines Unternehmens dar, sondern das Leben der Menschen: Wie war das Leben in einer kleinen Fabrikgemeinschaft, in der dieselbe Firma im Leben eines jeden von der Wiege bis zur Bahre den Takt angab.
Meine Besucher haben die Möglichkeit, die im Sog der Serlachius-Gesellschaft entstandene Stadt Mänttä und den Alltag und Sonntag seiner Bewohner - sowohl der Papierarbeiter als auch der Patrone - kennen zu lernen.
Als Museum möchte ich lebendig, aktiv und erlebnisreich sein. Ich erzähle eine Geschichte, ich möchte berühren, Erfahrungen weitergeben sowie mithilfe neuer Ausstellungsformen, der Interaktionalität und inszenierter Umgebungen zum Denken anregen. Selbst wenn ich über die allermodernste Ausstellungstechnologie verfüge, ist dies kein Absolutwert an sich, sondern sie muss vielmehr dem Inhalt und der Erzählung zu Diensten stehen.
Im Mittelpunkt meiner Ausstellungen stehen also Geschichten und keine Gegenstände. Ein Gegenstand an sich besitzt keinen Absolutwert, sondern er ist Teil einer Geschichte. Zudem stellen meine Ausstellungen auch oft dramatisierte Geschichte dar: Aus Fakten ist Fiktion geworden. Den Besuchern öffnen sich die Geschichten als ein Dialog unterschiedlicher Medien anhand rührender und anfassbarer Objekte sowie Multimedien. Ich möchte meine Geschichte mit allen Sinnen erzählen.
Die dramatisierte Geschichte und die Interaktionalität spiegeln sich insbesondere in meinen an Gruppen gerichteten Dienstleistungen wider. Aktive Kulturarbeit ist meine Leidenschaft. Ich organisiere zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen: für alle zugängliche Vorlesungen, Seminare, Sportwettkämpfe, Soireen, Konzerte, Theateraufführungen und weitere Kulturveranstaltungen.
Ich arbeite eng zusammen mit Tourismusbetrieben und strebe danach, in Kooperation mit den Erlebnis- und Programmserviceunternehmen neue Dienstleistungsformen zu entwickeln. Ausgesprochen gut gefällt mir die Zusammenarbeit mit Schulen.
Neben diesen, für ein breites Publikum sichtbaren Aktivitäten bin ich aber auch ein richtiges, ernsthaftes Museum. Ich fungiere als Bewahrer des Kulturerbes. Für meine Sammlungen trage ich neben Gegenständen, Dokumenten, Fotos und Filmen auch Geschichten von Menschen zusammen.
Herzlich willkommen!"

Die Gösta-Serlachius-Kunststiftung hat die bedeutendsten privaten Kunstsammlungen in Nordischen Ländern.